Rückbau deutscher Kernkraftwerke

Die deutschen Kernkraftwerke sollen in nächster Zeit alle abgeschaltet und wieder abgebaut werden. Wie geht das und was kostet es?

Lese die Informationen und bearbeite die Aufgaben 1 und 2. Benutze das Arbeitsblatt, wenn es nötig ist. Du kannst deine Arbeitsergebnisse auch mit dem „Dokumentationstool“ sichern. Am Ende findest du ein Video, dass dir die Einzelheiten erläutert.

Kernkraftwerke können nicht, wie andere größere Gebäude, gesprengt werden. Sie müssen in mehreren Phasen auseinander gebaut werden. Beim Rückbau eines Kernkraftwerkes fallen zwischen 160.000 bis 250.000 Tonnen Bauschutt an. 97% davon sind nicht mit Radioaktivität in Berührung gekommen. Dieses Material kann verkleinert und wieder verwertet werden. Der Rest ist oberflächlich verstrahlt oder radioaktiv. Das oberflächlich verstrahlte Material kann durch wiederholtes Abspülen gereinigt werden. Das radioaktive Material muss sicher eingeschlossen und eingelagert werden. Das geplante Endlager dafür ist der Schacht Konrad in Salzgitter. Für die alten Brennelemente gibt es noch kein geeignetes Endlager. Diese werden zurzeit noch in Zwischenlagern gelagert.

Der Rückbau eines Kernkraftwerkes dauert zwischen 15 bis 20 Jahren. Die Kosten belaufen sich laut Betreiber (KKW Stade) auf 500 Millionen Euro. Neuere Zahlen[1] gehen von 1000 Millionen Euro aus.

Der Rückbau in Phasen[2]

E.ON Kernkraft GmbH / CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)

Phase 1 (ca. 3 Jahre)
Abbau im nicht nuklearen Bereich:

  • Speisewasser und Dampfsysteme
  • Turbinen und Generatoren

Abbau im nuklearen Bereich:

  • Flutwasserbehälter
  • Druckspeicher
  • Regelstabführungen

Phase 2 (ca. 2 Jahre)

  • Primärkühlmittelleitungen und Pumpen
  • Dampferzeuger

Phase 3 (ca. 4 Jahre)
Die am stärksten radioaktiv belasteten Komponenten:

  • Reaktordruckbehälter
  • Betonabschirmung, dem „Biologischen Schild“

In Phase 4 (ca. 8 Jahre)

  • Alle noch verbliebenen Systeme im Kontrollbereich
  • Abwasseraufbereitungsanlage
  • Abluftanlage
  • Reinigung und Dekontamination der Gebäudestrukturen

Wenn die Anforderungen an eine Freigabe erfüllt sind (nach der Phase 4), kann der Kontrollbereich aufgehoben und die rückgebaute Anlage aus dem Atomgesetz entlassen werden. Das heiß, der Rest ist nur noch ein normales Gebäude, das dann abgerissen werden kann.


Aufgabe 1:

Viele Kernkraftwerke sind in Deutschland schon abgeschaltet. Manche sind noch im Betrieb.
Erstelle eine Tabelle (du kannst auch das Dokumentationstool am Ende der Seite nutzen). Trage dort alle Kernkraftwerke auf dem Bild der Reihe nach ein. Unterscheide entsprechend. (Wenn du mehrere kleine Kugeln bei einem Kraftwerk siehst, z.B. in Greifswald, bedeutet dies, dass es in diesem Kernkraftwerk mehrere Reaktoren gibt:

Abgeschaltete Kernkraftwerke Kernkraftwerke im Betrieb mit Jahr der geplanten Abschaltung

 

 

 

 

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Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/81/Kernkraftwerke_in_Deutschland.png
Autor und Lizenz: Lencer / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)

Weitere Infos: Liste der Kernreaktoren in Deutschland: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kernreaktoren_in_Deutschland


Aufgabe 2

Beantworte die Fragen im Dokumentationstool (du kannst auch das Arbeitsblatt benutzen). Aufgepasst! Du darfst die Seite nicht verlassen oder neu laden. Ansonsten sind deine Notizen verschwunden.

Dokumentationstool:


Video zum Arbeitsblatt:


[1] Vergl.: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Stade-AKW-Rueckbau-dauert-laenger-als-geplant,akwstade166.html (Abruf 20.05.2020)

[2] Vergl.: Deutsches Atomforum e.V, Berlin 2013, Stilllegung und Rückbau von Kernkraftwerken, Download 22.05.2020 (ohne Zeitangaben), https://www.kernd.de/kernd-wAssets/docs/service/060rueckbau-von-kkw.pdf

Weiternutzung ausdrücklich erlaubt: Dieses Werk und dessen Inhalte sind – sofern nicht anders angegeben (Bild) – lizenziert unter CC BY-SA 4.0, Autor: Jubitz

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